Zwischen Juli und August hat es mich arbeitstechnisch mehrmals in die Westalpen verschlagen und quasi auf der
Durchreise zogen mich die allseits bekannten Flugspots wie Greifenburg mit ihrer Embergeralm, Meduno und Bassano magisch an :) Mein erster Halt war in Meduno am Monte Valinis. Die Basis war leider nur maximal ca. 200m über Gipfel und so waren meine Streckenambitionen schnell verflogen. Aufgrund der wenigen Paragleiter entschloss ich mich für Plan B und wollte meine Toplandekompetenzen erweitern und versuchte leider mehrmals vergeblich im Bereich der Drachenrampe, vom Lee kommend zu landen.
Immer wieder blockierten mir Paragleiter den Weg und trotzten weiterhin meine immer tiefer werdenden Überflüge. Irgendwann wurde mir klar, dass eine Landung an diesem Tag ohne Gefährdung anderer nicht möglich war und sich fast niemand an die ausgewiesene Platzordnung auf der Hinweistafel hielt (ich aber auch nicht). Also flog ich weiter Richtung Gipfel, um dort mein Glück zu versuchen. Hier standen mir zwar eine Herde Kühe immer etwas im Weg, aber nach einigen Anläufen gelang die Toplandung ausgezeichnet. Erwähnen sollte ich vielleicht, dass die Flächen am Gipfel durch die Tiere sehr hügelig sind und ein auslaufen gewisse Risiken birgt.
Für unsere Kollegen mit dem Gleitschirm ist eine Toplandung anscheinend eher weniger herausfordernd. Auch etwas weniger geübte GS Piloten benötigen in der Regel nur einen Versuch und kommen sehr entspannt und stabil zur Landung. Für uns Drachenflieger ist vor allem im unterem, muldigen Bereich unser auftriebserzeugender und tief sitzender Flügel, ständig dem Wechsel von Luv und Lee ausgesetzt und spielt daher von der Ernsthaftigkeit in einer ganz andere Liga und sollte aus meiner Sicht nicht unterschätzt werden.
Lessons learned: Platzordnung im Fluggebiet checken, kommunizieren und auch selber befolgen!